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2. Partnertag: Teilzeitbeschäftigung und "Führungskräfte in Teilzeit“ im Fokus

Am 6. März 2017 hat das Netzwerk "Unternehmen für Familien“ erneut zum Partnertag eingeladen. In der FHWien der WKW stand nach der Eröffnung durch Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin und einem Good Practice Beispiel von Mag. Nicole Reitinger, Geschäftsführerin von IKEA Haid, eine interessante Talkrunde am Programm.

Familienfreundlichkeit – alles spricht dafür

Familienfreundlichkeit ist der Schlüssel für Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Österreichs. Aus diesem Grund wurde 2015 die Initiative "Unternehmen für Familien" ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer Selbstverständlichkeit zu machen und Österreich bei diesem Thema an die Spitze Europas zu bringen. Höhere Motivation und Mitarbeiter/innen-Bindung sowie weniger Fluktuation und Krankenstände sind dabei nur einige positive Argumente, die sich durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichen lassen. Vielmehr ist Familienfreundlichkeit aber auch ein zentraler Standort- und Wettbewerbsfaktor im Kampf um die besten Köpfe. Die Vereinbarkeit ist zudem bei der Jobauswahl bereits jetzt der zweitwichtigste Aspekt nach guter Bezahlung. "Es spricht alles dafür, dass wir uns gemeinsam für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen und Österreich noch familienfreundlicher machen“, betonte die Ministerin.

 

Familienfreundlichkeit zum Anfassen

Erneut kamen Unternehmerinnen und Unternehmer selbst zu Wort und sorgten mit ihren Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen für Inspiration. Mag. Nicole Reitinger, Geschäftsführerin IKEA Haid, berichtete über "Führung in Teilzeit bei IKEA“ und diente selbst als bestes Beispiel für das Funktionieren von "Top-Job-Sharing“, eine familienfreundliche Maßnahme, bei der eine Spitzenposition von mehreren Führungskräften ausgeübt wird.

 

Spannender Blick in Praxis und Wissenschaft

Beim zweiten Partnertag drehte sich alles um die Themen Teilzeit und Führungskräfte in Teilzeit. Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin beleuchtete gemeinsam mit Unternehmer/innen und Expert/innen die Chancen und Herausforderungen in diesen Bereichen und lud zum Austausch vor Ort mit anderen Unternehmensvertreter/innen ein. Spannende Einblicke in die aktuelle Forschung gab es durch die Präsentation der Studie "Effizient, motiviert, in Teilzeit“ vorgestellt von Fabian Sebastian Habenreich, Studierender der FHWien der WKW.

Als Werkzeug zur strukturierten und planvollen Umsetzung der Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. Beruf verwendet die FHWien der WKW unter anderem das Audit hochschuleundfamilie, betont Mag. Lasofsky-Blahut. Für die Fachhochschule sind Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium ein essentieller Erfolgsfaktor.

"Wer Vertrauen sät, erntet Engagement und Einsatzbereitschaft“, so die Geschäftsführerin von IKEA Haid. Mag. Reitinger strich die unterschiedlichen Arbeitsmodelle, z.B. flexible Teilzeitmodelle auf allen Hierarchieebenen, hervor und betonte, dass wo immer es möglich ist, für jede/n Mitarbeiter/in gute, individuelle Lösungen gesucht werden. Väterkarenz ist erwünscht, nicht nur geduldet.

Dr. Westphal betonte, wie stolz Verbund auf seine familienfreundliche Kultur ist, die sich durch hohe Jobsicherheit als wichtigste Voraussetzung für Familienfreundlichkeit sowie Sozialleistungen, Pensionsvorsorge und Krankenzusatzversicherung, von der Partner/in und Kinder ebenfalls profitieren, auszeichnet. Familienfreundlichkeit hat auch bereits ein lange Tradition im Unternehmen und die Verbund AG ist mitunter Unterzeichnerin der Charta "Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, ein öffentliches Bekenntnis zur Relevanz von familienfreundlichen Maßnahmen.

 

Talk-Runde: Familienfreundlichkeit – alles spricht dafür

Abgerundet wurde der Partnertag in Wien mit einer spannenden Talk-Runde, im Rahmen derer Einblicke, Ideen und Erfahrungen von Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin und Unternehmensberater Mag. (FH) Peter Rieder gemeinsam mit den Vertreter/innen der Partnerunternehmen unter Beteiligung des Publikums ausgetauscht wurden.

"Familienfreundlichkeit liegt eindeutig im Trend, das haben wir auch heute bei der Veranstaltung in Wien gesehen. Vor allem bin ich begeistert von der Fülle an Maßnahmen, die in der Praxis in den Unternehmen und Gemeinden bereits unter aktiver Einbindung aller Beteiligten gesetzt werden“, so die Familien- und Jugendministerin.

Mag. Anja Lasofsky-Blahut, Bereichsleiterin für Personalmanagement am Institut für Personal und Organisation der FHWien der WKW und Mag. Nicole Reitinger von IKEA, sowie Dr. Georg Westphal, Konzernpersonalleiter der Verbund AG berichteten im Rahmen der Talkrunde über den Stellenwert der Familienfreundlichkeit. Dabei wurden verschiedene Zugänge zum Thema sowie Initiativen und Projekte vorgestellt, die für eine bessere Vereinbarkeit sorgen und in der Praxis einfach umzusetzen sind.

Rund 60 Teilnehmer/innen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft fanden sich in der Fachhochschule am Währinger Gürtel in Wien zum 2. Partnertag von "Unternehmen für Familien“ ein. Von dem positiven Spirit der Veranstaltung angetan, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit viel Elan nach Hause gehen. Damit setzte die Initiative „Unternehmen für Familien“ ihren erfolgreichen Weg als Hebel für eine familienfreundliche Gesellschaft in Österreich weiter fort.

 

veröffentlicht am 8.3.2017

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