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Freiwillige FlexiQuote - Frauenförderung

 

Eine freiwillige FlexiQuote ist ein intelligentes Instrument zur nachhaltigen Durchsetzung von fairen Chancen für Frauen in Führungspositionen. Maßnahmen zur Frauenförderung, wie die Förderung der Weiterbildung auch in Karenzzeiten, der besseren Vereinbarkeit, des Wiedereinstiegs sowie Zielvorgaben für einen individuell bestimmbaren Frauenanteil in der Führungsebene uvm. führen auch dazu, dass langfristig eine ausgewogene Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen gegeben ist und gleichzeitig eine partnerschaftliche Aufteilung von Beruf und Familienaufgaben gelingen kann.

Im Gegensatz zur Einheits- bzw. Pflichtquote, die jedem Unternehmen den gleichen Anteil von Frauen in Führungspositionen vorschreibt, berücksichtigt die freiwillige FlexiQuote die tatsächlichen branchen- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten und erfüllt damit eine Scharnierfunktion zwischen konsequenter Frauenförderung und dem Prinzip der unternehmerischen Freiheit.

Konkret bedeutet das, dass Unternehmen eingeladen sind, z.B. mit Unterstützung durch das Angebot familienfreundlicher Maßnahmen eigene Zielvorgaben für eine ausgewogenere Vertretung von Frauen und Männern unter den geschäftsführenden Direktor/innen bzw. Vorstandsmitgliedern festzulegen. Ein jährlich vorzulegender Fortschrittsbericht kann dabei Transparenz schaffen, den wirtschaftlichen Wettbewerb fördern und die öffentliche Diskussion über faire Chancen befeuern.
 

Frauenquote in Österreich

Öffentlicher Dienst: In Österreich gibt es derzeit Quotenregelungen für den öffentlichen Dienst und in staatsnahen Betrieben.

Börsennotierte Gesellschaften und Gesellschaften mit mehr als 1.000 Mitarbeiter/innen: Mit 1.1.2018 wurde die Änderung des Gleichstellungsgesetzes von Frauen und Männern im Aufsichtsrat rechtskräftig. Somit hat ein Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% Männern zu bestehen. Bei einem Verstoß gegen diese 30%-Frauenquote ist die Wahl nichtig und es droht ein unbesetzter Platz im Aufsichtsrat. Weitere Informationen sind im Beschluss des Nationalrates nachzulesen. Weiters regeln das Aktiengesetz, das Unternehmensgesetzbuch und darüber hinaus ergänzend der Corporate Governance Kodex die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen von börsennotierten Unternehmen.  

FlexiQuote in Kreditinstituten: Als Best Practice Beispiel können die österreichischen Kreditinstitute angeführt werden, welche seit 2014 über eine Regelung zur Anhebung des Frauenanteils in Aufsichtsrat und Vorstand verfügen. Mit der Einführung eines Nominierungsausschusses muss unter anderem eine Frauen-Zielquote für Geschäftsleitung und Aufsichtsrat festgelegt werden. Die Zielquote, die Strategie sowie der Umsetzungsfortschritt sind im Rahmen der Offenlegungspflicht des Kreditinstituts zu veröffentlichen.
Wie die Ergebnisse des Frauen.Management.Reports 2017 für die größten Banken in Österreich zeigen, erzielte die Regelung bereits Wirkung: Mit einem Frauenanteil von durchschnittlich 22,8 Prozent im Aufsichtsrat schneiden die großen Banken deutlich besser ab, als die übrigen Unternehmen (18,1 Prozent).
 

Quelle: AK Wien (2017): Frauen.Management.Report 2017. Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Prokura.