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Flexible Arbeitszeiten

Die Abstimmung der Arbeitszeiten z.B. auf die Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen ist für viele Mitarbeiter/innen oft eine Herausforderung. Durch flexible Arbeitszeitregelungen lassen sich diese Zeitprobleme meist relativ schnell und unkompliziert meistern. Die Flexibilität der Arbeitszeit beginnt bei herkömmlichen Gleitzeitregelungen und geht bis hin zu vollkommen individuellen Arbeitszeitmodellen, die noch individueller auf die Bedürfnisse der Beschäftigten und des Arbeitgebers abgestimmt sind. Beschäftigte können dadurch Umfang und Lage der Arbeitszeit besser mit familiären Anforderungen vereinbaren und sind so auch stressfreier und konzentrierter bei der Arbeit. Auch Gemeinden als Arbeitgeber können durch familienfreundliche Arbeitszeiten als gutes Beispiel vorangehen und andere Arbeitgeber in der Region inspirieren.

 

Maßnahmenbeispiele

  • Gleitzeit: Die höchste Flexibilität für Mitarbeiter/innen bei einem aufrechten Vollzeitarbeitsverhältnis ermöglicht eine gleitende Arbeitszeitregelung. Dabei kann der/die Beschäftigte innerhalb eines vereinbarten zeitlichen Rahmens Beginn und Ende seiner/ihrer täglichen Normalarbeitszeit selbst bestimmen. Auch eine Kernarbeitszeit, in der der/die Mitarbeiter/in jedenfalls anwesend sein muss, kann dabei in Abstimmung mit den Bedürfnissen des Arbeitgebers definiert werden und erleichtert so tagtäglich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
     
  • Teilzeit: Von Teilzeitarbeit spricht man, wenn die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit unter der gesetzlich verankerten bzw. kollektivvertraglich festgelegten Normalarbeitszeit liegt. Eine Reduktion der Arbeitszeit kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich erleichtern. Im Rahmen von Teilzeitvereinbarungen können die Arbeitszeiten bzw. -tage im besten Fall so gewählt werden, dass sie den Anforderungen des Betriebs sowie auch des/der Mitarbeiters/in bestmöglich entsprechen.
     
  • Elternteilzeit: Berufstätige Mütter und Väter haben bis zum siebten Geburtstag des Kindes oder bis zu einem späteren Schuleintritt Anspruch auf Elternteilzeit. Voraussetzung ist, dass im Betrieb regelmäßig mehr als 20 Arbeitnehmer/innen beschäftigt sind und das Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt des Antritts der Teilzeitbeschäftigung mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung gedauert hat. Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Arbeitszeit müssen dabei mit dem Arbeitgeber individuell vereinbart werden. Eltern, deren Kinder seit dem 1. Jänner 2016 geboren wurden, müssen die die wöchentliche Normalarbeitszeit aber um mindestens 20% reduzieren und dürfen die Arbeitszeit im Ausmaß von zwölf Stunden nicht unterschreiten. Besonders für den schrittweisen Wiedereinstieg nach der Karenz ist die Elternteilzeit eine gute Möglichkeit für Mütter und Väter.
     
  • Wochen-/Jahresarbeitszeitmodelle: Abhängig von der Branche des Unternehmens kann es zudem sinnvoll sein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch ein Wochen-/Jahresarbeitszeitmodell zu erleichtern. Betriebe, die vorhersehbaren saisonalen bzw. tageweisen Schwankungen unterliegen, sind besonders für solche Modelle geeignet. So kann ein Zeitraum vereinbart werden, in dem ein höheres Pensum an Arbeit verrichtet wird (z.B. zu Saisonhöhepunkten oder an bestimmten Wochentagen). Als Kompensation wird ebenfalls ein Zeitraum vereinbart, beispielsweise in den Sommerferien oder an einzelnen Tagen zum Wochenbeginn, während dem weniger Arbeit anfällt und der/die Mitarbeiter/in dann pausiert, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Die vorab angesammelten „Gutstunden“ werden so wieder ausgeglichen.
     
  • Telearbeit: Telearbeit bezeichnet die Möglichkeit, regelmäßig Arbeit außerhalb der betrieblichen Räumlichkeiten (z.B. von zu Hause aus) mittels eines Telearbeitsplatzes (PC, Internetverbindung, Mobiltelefon) zu verrichten. Ein Teil der Arbeitszeit kann so außerhalb des Betriebs absolviert werden und ermöglicht eine noch flexiblere Kombination mit familiären Betreuungsaufgaben sowie auch die Reduktion langer Anfahrtswege.
     
  • Sabbaticals: Sabbaticals eignen sich nicht nur für Weiterbildungszwecke, sondern auch für die intensivere Teilhabe am Familienleben. Als Sabbatical wird ein Zeitabschnitt bezeichnet, während dem eine Freistellung gegen Entfall des Entgeltes vereinbart wird. In einigen Kollektivverträgen finden sich hierzu schon gute Modelle. Wichtig: Für Sabbaticals gibt es keine gesetzliche Grundlage und keinen Rechtsanspruch.
     
  • Job-/Topsharing: In Situationen in denen es für den/die Mitarbeiter/in nicht möglich ist den Job voll auszuüben, jedoch seitens des Betriebs auch keine Teilzeitanstellung möglich ist, kann Jobsharing eine gute Lösung sein. Bei diesem Modell teilen sich mehrere Mitarbeiter/innen einen Arbeitsplatz. Dies ist besonders für Positionen zu empfehlen, die laufend besetzt sein müssen. Die einzelnen Mitarbeiter/innen können sich die Arbeitszeit untereinander völlig frei einteilen.
     
  • Vertrauensarbeitszeit: Auch Vertrauensarbeitszeit bietet zahlreiche Vorteile für Mitarbeiter/innen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern  - es steht dabei die Erledigung des Arbeitsaufwands bzw. einzelner Projekte im Vordergrund, nicht jedoch der Zeitaufwand bzw. die zeitliche Präsenz an der betrieblichen Niederlassung.
     
  • Pflegekarenz/-teilzeit: Um eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu gewährleisten, besteht seit 1. Jänner 2014 für Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit der Vereinbarung einer Pflegekarenz oder einer Pflegeteilzeit. Diese ermöglichen die Pflege und Betreuung naher Angehöriger und stellen eine Freistellung von der Arbeit mit gänzlichem bzw. aliquotem Entfall des Entgelts dar. Bei der Pflegeteilzeit wird die wöchentliche Normalarbeitszeit reduziert.