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Förderungen

Für die Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen stehen einige Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auch aus der steuerlichen Perspektive können familienfreundliche Betriebe/Gemeinden von einigen Vorteilen profitieren. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über einige Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten:

 

Förderung im Rahmen der Ausbauoffensive „Kinderbildung und –betreuung“

Die Bundesregierung stellt insgesamt 305 Millionen Euro an Fördermittel für den beschleunigten Ausbau des Kinderbildungs- und -betreuungsangebots zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Ausbau-Offensive liegt bei der Annäherung an das Barcelona-Ziels bei den Unter-Drei-Jährigen im gesamten Bundesgebiet. Zur Abdeckung des darüber hinausgehenden Bedarfs für diese Altersgruppe in den Großstädten und zur Schließung von regionalen Lücken für die Drei- bis Sechsjährigen soll in den nächsten vier Jahren der Ausbau der ganztägigen Betreuung weiter vorangetrieben werden.

Darüber hinaus sollen Impulse zur Verbesserung der Betreuungsqualität gesetzt, Öffnungszeiten ausgeweitet sowie die Tageselternbetreuung und flexible gemeinde- und generationsübergreifende Betreuungslösungen forciert werden. Anträge zur Förderung konkreter Projekte sind an die jeweiligen Landesstellen für Kinderbetreuung (PDF, 51,3 KB) zu richten.

Weitere Informationen sowie Kriterien und Voraussetzungen zu Förderungen im Rahmen der Ausbauoffensive finden Sie hier: www.bmfj.gv.at/

 

Betriebliche Kinderbetreuung richtig planen

Ein eigener Betriebskindergarten ist ein besonderes Highlight unter den familienfreundlichen Maßnahmen, die ein Unternehmen anbieten kann und eine wesentliche Verbesserung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Mitarbeiter/innen.
Der nachfolgende Überblick zeigt in zehn Schritten, wie Sie von der Bedarfserhebung zum passenden Betreuungsangebot kommen.
 

Eine möglichst genaue Bedarfsanalyse vermeidet Fehlinvestitionen und schafft Klarheit über die unternehmensinterne Bedarfslage.

Es muss geklärt werden, wie viel das Unternehmen in die betriebliche Kinderbetreuung investieren kann. Die Kosten sind unter Berücksichtigung der Mehraufwendungen z.B. aufgrund sonst längerer Karenzzeiten oder notwendiger zusätzlicher Weiterbildungen zu sehen.

Stadt, Gemeinde oder Land sind wichtige Ansprechpartner/innen, um eine endgültige Bedarfsklärung vorzunehmen, wenn öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen werden möchten.
 

Die Betreiberauswahl ist eine Schlüsselentscheidung. Die Betreiber/innen stellen den Antrag auf öffentliche Fördermittel und werben um die Unterstützung von Gemeinden. Das Betreuungskonzept und der/die Betreiber/ in muss zur Unternehmensphilosophie passen. Entscheidend sind insbesondere die pädagogische Qualität, Preise und Konditionen, passende Öffnungszeiten, Erfahrung des/der Betreibers/in mit Behörden und die Anpassungsfähigkeit des/der Betreibers/in an den Bedarf des Unternehmens.

Geschäftsleitung und Betriebsrat sollten in der Frage betriebsnaher Kinderbetreuung von Anfang an so eng wie möglich kommunizieren und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Wichtig sind u.a. grundlegende Überlegungen zum Raumkonzept. Dieses Konzept kann zusammen mit einem/ einer in der Raumgestaltung für Kinder erfahrenen Architekten/in entwickelt und abgestimmt werden.

Die Personalauswahl ist entscheidend für die Qualität einer Kinderbetreuungseinrichtung. Externe Betreiber/innen übernehmen meist auch die Auswahl des Personals. Je nach Wahl des Betreuungskonzeptes ist auf verschiedene Punkte zu achten.

Sämtliche Genehmigungen sollten rechtzeitig vor Aufnahme des eigentlichen Betriebs eingeholt werden, damit der geplante Betriebsbeginn eingehalten werden kann.

Je intensiver der ein- bis eineinhalbjährige Einarbeitungsprozess durchgeführt wurde, desto erfolgreicher kann die Einrichtung langfristig arbeiten. Auch ein die Arbeit begleitendes Fort- und Weiterbildungsangebot ist sinnvoll, das entwicklungspsychologische, methodischdidaktische und lernmethodische Kompetenzen vermittelt und ausbaut.

Die Einweihungsfeier hat nicht nur symbolische Bedeutung, sondern bringt dem Unternehmen positiven medialen und gesellschaftlichen Rückenwind. Dies festigt auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Gesetzliche Grundlagen und Förderungen zu Tagesmüttern/-vätern

Eine Tagesmutter/ein Tagesvater betreut ein oder mehrere Kinder bei sich zu Hause im Familienverband. Es besteht die Möglichkeit, auf individuelle Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Meist sind die Betreuungszeiten bei Tagesmüttern/Tagesvätern flexibler als bei Kinderkrippen, Kindergärten oder Kindergruppen. Sie bieten Betreuung innerhalb des Familienalltags. Aufgrund der verfassungsrechtlichen Zuständigkeit der Länder existieren in Österreich unterschiedliche landesgesetzliche Bestimmungen. In den meisten Bundesländern ist eine Ausbildung verpflichtend vorgesehen. Tagesmütter/-väter können auch in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen während der Sommerferien, im Haushalt der Eltern als „mobile Tagesmütter/-väter“ oder in Betrieben als „Betriebstagesmütter/-väter“ tätig werden. Diese Betreuungsformen sind jedoch nicht in allen Bundesländern zulässig.

Die Kinderbetreuung durch Tagesmütter/-väter ist in Österreich durch hohe Qualitätsstandards in der Aus- und Weiterbildung sowie durch fachliche Begleitung gekennzeichnet.

Das Curriculum für „Ausbildungslehrgänge für Tagesmütter/-väter“ soll zur Schaffung bundesweit einheitlicher Ausbildungsstandards und zur Steigerung qualitativer Betreuungsangebote bei Tagesmütter/-väter beitragen. Für die Zertifizierung dieser anspruchsvollen Ausbildung wurde ein entsprechendes Gütesiegel ins Leben gerufen, um durch positive Auszeichnung die Qualität der Ausbildungslehrgänge hervorzuheben. – Sie finden hier Informationen zum Nachlesen: www.bmfj.gv.at/

Im Rahmen der Ausbauoffensive im Bereich der Kinderbetreuung („15a-Vereinbarung“) gibt es auch einen Förderschwerpunkt für Tageseltern. Die Förderungen für Tageselternangebote können bei den jeweils zuständigen Landesstellen für Kinderbetreuung (PDF, 51,3 KB) beantragt werden.

Weitere Informationen zum Förder-Plus für Tagesmütter/-väter-Angebote finden Sie hier: www.bmfj.gv.at/

 

Förderung für bedarfsgerechte Kinderbetreuungsprojekte

Als Kompetenz- und Koordinierungsstelle für Vereinbarkeitsmaßnahmen unterstützt die Familie & Beruf Management GmbH die Erstförderung neuer, innovativer und bedarfsgerechter Kinderbetreuungsprojekte. Gefördert werden können jene gemeinnützigen Organisationen, die qualifizierte Fachkräfte einsetzen und bedarfsgerecht auf die Situation von berufstätigen Eltern bzw. Alleinerziehenden eingehen sowie auch betriebliche, örtliche oder regionale Angebote im Umfeld berücksichtigen und Lücken schließen. Da nur neue Kinderbetreuungsprojekte gefördert werden, ist es wichtig, vor bzw. innerhalb von drei Monaten nach dem Projektbeginn um Förderung anzusuchen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Familie & Beruf Management GmbH unter www.familieundberuf.at

 

Förderung für das Audit berufundfamilie

Durch das Förderungsprogramm der Familie & Beruf Management GmbH für das Audit berufundfamilie haben Unternehmen die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für den Auditprozess zu erhalten. Die wichtigsten Eckdaten:

  • Anspruchsberechtigt sind private Unternehmen ab fünf Mitarbeiter/innen.
  • Pro Unternehmen ist eine einmalige Förderung mittels schriftlichen Antrags möglich (es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung).
  • Unbürokratische und unkomplizierte Vergabe der Förderung mit direkter Auszahlung an die/den Antragsteller/in.
  • Spezielle Förderungen für Klein- und Mittelunternehmen

Weitere Details sowie alle Unterlagen zu den Förderungen erhalten Sie direkt bei der Familie & Beruf Management GmbH (http://www.familieundberuf.at).

 

Förderung für Ersatzarbeitskräfte während der Elternteilzeit

Wird in Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Elternteilzeit eine Ersatzkraft eingestellt, steht dafür eine Fördermöglichkeit durch das Arbeitsmarktservice (AMS) zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den Förderungen durch das AMS finden Sie unter: http://www.ams.at/service-unternehmen/

 

Förderung für Wiedereinsteiger/innen

Die Programme im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) bieten eine arbeitsmarktpolitisch ausgerichtete Förderung der Weiterentwicklung innerbetrieblicher Humanressourcen. Durch die Förderung der Qualifizierung für Beschäftigte sollen über eine frühzeitige Qualifizierung von Beschäftigtengruppen, die am Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß einem erhöhten Risiko unterliegen, berufliche Chancen abgesichert werden. Zu den Zielgruppen gehören dabei auch Personen, die nach familiär bedingten Berufsunterbrechungen wieder einsteigen wollen, weshalb grundsätzlich auch die berufliche Weiterbildung von (noch) in Elternkarenz befindlichen Personen gefördert werden kann.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: http://www.ams.at/service-unternehmen/