Statement der Geschäftsführung/des Vorstands:
Als Arbeitgeber endet unsere Verantwortung nicht beim Dienstvertrag. Pflege kann nur langfristig gelingen, wenn sie mit einem normalen Leben vereinbar ist. Deshalb treffen wir organisatorische Entscheidungen aus Sicht der Mitarbeitenden: Dienstpläne müssen planbar sein, Änderungen nachvollziehbar und persönliche Lebenslagen berücksichtigt werden. Familienfreundlichkeit ist für uns kein Zusatz, sondern Führungsauftrag. Wir passen das System den Menschen an – so entsteht Stabilität im Team und Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner.
Motivation als Partner das Netzwerk „Unternehmen für Familien” zu unterstützen:
Als Pflegeeinrichtung tragen wir Verantwortung über den Betrieb hinaus. Die größte Herausforderung ist nicht die Ausbildung, sondern dass Menschen langfristig im Beruf bleiben. Familienfreundliche Bedingungen entscheiden, ob jemand in der Pflege arbeitet, zurückkehrt oder aussteigt. Unser Ziel sind verlässliche Rahmenbedingungen, die Pflege dauerhaft ermöglichen – ob mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen oder Weiterbildung. Die Teilnahme am Netzwerk macht diese Haltung sichtbar und stärkt gute Arbeitsbedingungen im Sozialbereich.
Das zeichnet Ihr Unternehmen aus:
Wir organisieren unseren Betrieb bewusst nah an unseren Mitarbeitenden. Entscheidungen entstehen gemeinsam mit jenen, die täglich damit arbeiten. So entwickeln wir Lösungen, die im Alltag tragen. Unsere Einrichtung vereint verschiedene Versorgungsformen und ermöglicht flexible Beschäftigungsmodelle – von der Ausbildung über Familienzeiten bis ins spätere Berufsleben. Tätigkeitswechsel sind intern möglich. Auszeichnungen bestätigen unseren Weg, wichtiger ist uns jedoch die langfristige Stabilität unseres Teams.
Welche Maßnahmen wurden gesetzt, die Ihr Unternehmen „familienfreundlich” gemacht haben?
Im Mittelpunkt steht eine planbare Arbeitsorganisation. Dienstzeiten werden früh abgestimmt, Betreuungspflichten aktiv berücksichtigt. Möglich sind individuelle Lösungen, temporäre Stundenreduktion, angepasste Dienste oder flexible Wiedereinstiege. Fortbildungen organisieren wir überwiegend intern oder während der Arbeitszeit, damit Entwicklung ohne zusätzliche familiäre Belastung gelingt. Qualifizierungen führen oft zu internen Rollenwechseln. In Schwangerschaft und Karenz bleiben Mitarbeitende eingebunden, erhalten Beratung und kehren schrittweise entsprechend ihrer Lebenssituation zurück.
Welche Vorteile haben sich für Ihr Unternehmen durch „Familienfreundlichkeit” ergeben?
Durch diese Arbeitsweise kehren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach familiären Auszeiten wieder in den Beruf zurück und bleiben langfristig im Unternehmen. Dadurch entsteht Erfahrungskontinuität im Team, was sowohl die Arbeitszufriedenheit als auch die Betreuungsqualität deutlich verbessert.
Das steigende Interesse an internen Weiterbildungen zeigt, dass Mitarbeitende ihre berufliche Zukunft im Unternehmen sehen. Familienfreundlichkeit wirkt sich damit nicht nur auf Personalgewinnung, sondern vor allem auf Personalbindung aus.
Welche Herausforderungen haben sich im Zuge der „Familienfreundlichkeit” für Ihr Unternehmen ergeben?
Individuelle Lösungen erfordern organisatorischen Aufwand und Flexibilität in der Führung. Standardmodelle wären einfacher, würden aber langfristig zu höherer Fluktuation führen. Die Erfahrung zeigt, dass sich Investitionen in stabile Teams sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ nachhaltig auszahlen.
Die Unterstützung durch unseren Träger, die Stadt Kitzbühel, ermöglicht uns dabei, langfristige Maßnahmen umzusetzen, statt kurzfristig zu reagieren.
Was bedeutet „Familienfreundlichkeit” für Ihr Unternehmen?
Familienfreundlichkeit bedeutet für uns Verlässlichkeit im Arbeitsleben. Mitarbeitende müssen ihre private Situation offen ansprechen können, ohne Nachteile zu befürchten. Erst dadurch entsteht Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage für gute Pflege.
Ein stabiles Team kann Beziehungen zu Bewohnerinnen und Bewohnern aufbauen und erhält damit Lebensqualität, nicht nur Versorgung. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind daher ein direkter Beitrag zur Qualität der Betreuung.
Ein Tipp, den man schnell im eigenen Unternehmen umsetzen kann:
Unser Tipp: Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der Familie selbstverständlich mitgedacht wird. Mitarbeitende sollen offen ansprechen können, wenn familiäre Verpflichtungen besondere Flexibilität erfordern – sei es durch Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder andere Lebenssituationen. Flexible Arbeitszeiten, Verständnis im Team und individuelle Lösungen helfen oft schon, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren.
Daten und Fakten
Frauenanteil im Unternehmen: >75%
Anzahl der Beschäftigten: 170
Branche: Gesundheits- und Sozialwesen